Lois Hechenblaikner

Ischgl and more. A pop-up project(ion)

26.0604.10.2020

Das LAC an der Piazza Bernardino Luini wird mit dem Fotoprojekt «Lois Hechenblaikner. Ischgl and more. A pop-up project(ion)» wiedereröffnet: eine Projektion von Bildern des österreichischen Fotografen Lois Hechenblaikner, die die weniger bekannte Seite der gleichnamigen alpinen Feriendestination dokumentieren.

Lois Hechenblaikner, Ischgl, 2019 © Lois Hechenblaikner

Im Zentrum der Pop-up-Ausstellung steht die Präsentation der neuesten Bildserie des österreichischen Fotografen, die der Tiroler Ortschaft Ischgl gewidmet ist. Der Anfang Juni beim Steidl Verlag erschienene Bildband dokumentiert eine der angesagtesten Skidestinationen. Ischgl ist nicht nur ein Urlaubsort, sondern vor allem ein Magnet für Après-Ski-Liebhaberinnen und -Liebhaber: Konzerte, Nachtleben und oft ausufernden Events, die Hechenblaikner selbst als «Delirium Alpinum» bezeichnet hat.

Die ausgestellten Aufnahmen zeugen von den Recherchen des Fotografen, der seit über 30 Jahren die verschiedenen Aspekte des Tiroler Skitourismus dokumentiert. In Ischgl begab sich Hechenblaikner in die Mitte feiernder Touristinnen und Touristen und verewigte mit seiner Kamera Partymomente, die oftmals von Chaos und Exzessen geprägt waren. Zugleich dokumentierte er auch die Szenen im Hintergrund: Skianlagen, Neubauten und Nachtlokale.

Anhand der in thematischen Paaren an die Wand projizierten Fotografien wird deren dokumentarische Absicht – die ungefilterte und (vor-)urteilslose Darstellung der Realität – offenkundig. Die intensive und ausdrucksstarke Serie von über 200 Fotos, die im Laufe zahlreicher Jahre zusammengetragen wurden, kann als soziologische und fotografische Erforschung der Eventkultur und des Massentourismus betrachtet werden, die es Hechenblaikner ermöglicht hat, ein objektives Bild der Mechanismen eines profitablen und auf eine mondäne Lebensweise ausgerichteten Gewerbes nachzuzeichnen.


Aufgrund der Thematik dieser Ausstellung möchten wir Besucherinnen und Besucher freundlicherweise darüber informieren, dass ein Teil des Inhalts dieser im Reportagestil dokumentarischen Pop-up Ausstellung nicht für Minderjährige unter 16 geeignet ist.

  • MASI LAC

  • Piazza Bernardino Luini 6, 6900 Lugano

Biografie

Lois Hechenblaikner wurde 1958 geboren und wuchs in Alpbachtal im Tirol auf, wo er auch heute noch lebt. Im Zentrum seines fotografischen Schaffens stehen die Eventkultur und der Massentourismus in verschiedenen Alpendestinationen – Phänomene, die unmittelbare Folgen für Mensch und Natur haben. Mit Geduld und Ausdauer dokumentiert Hechenblaikner das Wesen der Festkultur, die Alpengemeinden über die Jahre hinweg zu touristischen Zielen gemacht hat. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem 2019 im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst in Augsburg, im Kunsthaus Wien und im Fotografie Forum Frankfurt. Der Fotograf arbeitet seit Jahren mit dem Steidl Verlag zusammen, bei dem neben Ischgl (2020) noch weitere seiner Bücher erschienen sind: Volksmusik (2019), Hinter den Bergen (2015) und Winter Wonderland (2012).